Lernen mit Vertrag (06.08.2004)

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Kontraktlernen fördert die Motivation – Beim Online-Lernen besonders gefragt

 

(Furtwangen, 06.08.2004) – Beim Autokauf schließt man wie selbstverständlich einen Kaufvertrag – und in der Weiterbildung? Hier geht der Trend hin zu einem Lernvertrag, in dem geregelt wird, welche Leistungen der Trainer erbringt, mit dem aber auch der Lerner bestimmte Verpflichtungen eingeht. Diese Methode bietet sich besonders beim Online-Lernen an, da sich hier Teilnehmer und Tutor nur virtuell begegnen und weit mehr Dinge explizit schriftlich festgehalten werden müssen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Die tele-akademie der Hochschule Furtwangen hat die Methode des so genannten Kontraktlernens in dem europäischen Projekt „Net-Trainers“ kennen gelernt und in dem gleichnamigen Kurs auch bereits eingesetzt. So werden in einem Lernvertrag die Lernziele und Fristen festgehalten, zu denen sich die Teilnehmer verpflichten. Im Gegenzug garantieren die Tutorinnen ein Feedback innerhalb einer bestimmten Frist zu geben. Die Erfahrungen sind durchweg positiv. „Das Kontraktlernen hat mir sehr gut dabei geholfen, meine Lernzeiten zu planen und mir inhaltliche Schwerpunkte zu setzen“, so eine Teilnehmerin.

Die Evaluationsergebnisse belegen diese Aussage. „Das Kontraktlernen motiviert die Teilnehmer zusätzlich“, so die Kursmanagerin und Diplom-Pädagogin Ute Nunnenmacher, die den Kurs gemeinsam mit Partnern in England und Frankreich entwickelt hat. „Die Teilnehmer sehen viel deutlicher, welche Fortschritte sie gemacht haben, da sie zu Beginn jeder Lerneinheit nach ihrem Vorwissen gefragt werden“. Diese Fragebögen zu Beginn von jedem Modul, sind für den Erfolg des Kontraktlernens sehr wichtig, so Nunnenmacher. Denn nur so kann im Kursverlauf auch korrigierend eingegriffen werden. So hat eine Teilnehmerin ihre Vorkenntnisse viel zu gering eingeschätzt und weit mehr Zeit für die einzelnen Lerneinheiten eingeplant als notwendig. Dies zu korrigieren ist relativ einfach – im Gegensatz zum umgekehrten Fall. Die Tutorin kann so rechtzeitig Unterstützung anbieten, so dass das Zertifikat auch wirklich erreicht wird. Denn das europäische Net-Trainers-Zertifikat ist für die Teilnehmer besonders interessant.

Auf Grund des europäischen Hintergrunds hat der Kurs noch eine Besonderheiten zu bieten. So kann man z.B. einzelnen Module bei den Partner in England oder Frankreich belegen und bekommt dies auch im Zertifikat bescheinigt. Darüber hinaus gibt es ein europäisches Forum in einer gemeinsamen europäischen Lernumgebung. Wer will kann alle Inhalte auch auf französisch oder englisch lesen und so auch Unterschiede in den verschiedenen Lernkulturen erkennen. „Die Methode des Kontraktlernens war für die französischen Kollegen selbstverständlich“, berichtet Ute Nunnenmacher. „Wir waren am Anfang selbst etwas skeptisch, ob das alles so funktionieren und vor allem von den Teilnehmern angenommen werden würde. Doch mittlerweile sind wir von diesem Ansatz vollkommen überzeugt.“